Es ist vollbracht! Stiefkindadoption ab 1. August möglich

Am 5. Juli 2013 um 23h30 hat der Nationalrat mit Mehrheit dem Adoptionsänderungesetz und der Änderung im Partnerschaftsgesetz zugestimmt, wodurch eine Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare nun möglich wird. Hier der Text unserer Presseaussendung.

Rechtssicherheit für Regenbogenfamlien durch Stiefkindadoption beschlossen

Der Nationalrat hat die Möglichkeit der Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. Vorangegangen ist eine Verurteilung Österreichs durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof. „Wir sind sehr erfreut, dass das Urteil so rasch umgesetzt wurde“, sagt Barbara Schlachter, Obfrau des Vereins FAmOs, „denn dadurch haben nun viele Regenbogenfamilien die Möglichkeit Rechtssicherheit zu schaffen. Im Namen der betroffenen Eltern und Kinder bedanken wir uns bei Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner und der Familie, die 2006 jene Klage eingereicht hat, die bis zum EGMR wandern musste, ehe die bestehende Diskriminierung aufgehoben wurde,“ so Barbara Schlachter weiter.

Umgesetzt wurden allerdings lediglich jene Punkte, die in der Verurteilung angeführt wurden. Weiterhin bestehen zahlreiche Diskriminierungen. So ist die Fremdkindadoption weiterhin ausgeschlossen. Auch die medizinisch unterstützte Fortpflanzung ist lesbischen und alleinstehenden Frauen weiterhin untersagt. „Wir rechnen aber auch hier mit einer Aufhebung dieses diskriminierenden Zustandes“, meint Barbara Schlachter.

Mit der Einführung der Stiefkindadoption wird ein weiterer großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung gesetzt. Im täglichen Leben sind Regenbogenfamilien integriert und akzeptiert. Vorurteile und Unwissen finden sich vor allem in kirchlichen Kreisen und zum Teil in Ministerien und in der Politik. Vor allem im Vorfeld dieser Gesetzesänderung gab es zahlreiche verletzende und menschenverachtende Meinungsäusserungen, die nicht im Sinne und zum Schutze der Kinder und Famlien, sondern rein ideologisch motiviert waren.

Hier versucht der Verein FAmOs durch Aufklärung Vorbehalte und Unwissen abzubauen.

„Unser Ziel ist es, für unsere Kinder und für uns eine gleichberechtigte Lebenswelt zu schaffen und mit dieser Gesetzesänderung sind wir diesem Ziel einen großen Schritt näher“, sagt Barbara Schlachter.

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  • Sunny

    Super! Weiss auch jemand wie das Gesetz genau umgesetzt wird? Was ist, wenn der Vater unbekannt bzw. das Kind durch Samenspemde im Ausland gezeugt wurde? Darf meine Partnerin dann mein Kind adoptieren?

  • FAmOs

    Erfahrungswerte was die Umsetzung betrifft gibt’s im Moment natürlich noch keine. An und für sich sollte es keine Probleme geben, wenn der Vater unbekannt bzw. anonym ist wie in eurem Fall. Aber wir werden jetzt abwarten müssen was die Praxis zeigt.

    Wir sind grad dabei einen Leitfaden zusammenzustellen, den wir sobald er fertig ist auf die Homepage stellen.

    • Sunny

      spitze vielen dank!
      lg sunny

  • Wunderbar

    :-)

  • Pingback: L’Autriche ouvre l’adoption aux parents sociaux | Yagg()

  • blue

    hi@all
    also ich war kürzlich am amtstag bei dem örtlich zuständigen bg in unserem fall. die richterin sagte zu meinem vertragsentwurf, der einem „normalen“ vertrag mit entspr adaptionen entspricht, dass das auf nem ersten blick gut auschaut. aber sie will jedenfalls beglaubigte unterschtiften und eigentlich auch dass der vertrag samt unterlagrn von einem notar oder ra eingereicht wird…sohin auch dass der vertrag vom notar oder ra erstellt ist. bzgl gemeinsamen obsorferecht hat sie mich zum standesamt geschickt. dort hat man mir erklärt, dass das bei uns nicht geht sondern im zuge der adoption vom gericht erledigt wird aufgrund der regelung im adoptionsvertrag.
    generell hat daweil noch keiner so ne richtige ahnung davon…selbst d richterin begann unser gespräch mit:“ich kann ihnen noch nichts sagen“ und endete mit einem „na du bist ja ein ganz süsser und wir werden das schon machen“ in richtung meines 5monaten alten sohnes! ;-)
    wenn ich weiter bin, lass ich euch das wissen!
    glg blue

  • blue

    Apropos unehelich etc…
    wie ihr schwanger wurdet interessiert rechtlich gesehen nicht. entweder der leibl vater ist anonym bzw lt geburtsurkunde unbekannt oder der leibl vater muss im adoptionsvertrag der adoption durch die wahlmutter ausdrücklich zustimmen.
    wart ihr zum zeitpunkt der geburt schon verpartnert, ändert das aber nichts daran, dass euer kind unehelich ist. diese unterscheidung is ohnehin hinfällig, weil ehel und unehel kinder gleichgestellt sind.
    lg blue

  • feuerteufelchen

    Unsere Adoption (Vorarlberg) ist mit Bescheid vom 16.01.2014 rückwirkend per 04.12.2013 durch. Danke für die super Vorlage. Es gab überhaupt keine Probleme! Nun hat unsere Tochter offiziell zwei stolze Mamas :@)
    LG

  • famosadmin

    Das ist ganz famos! :)
    Wir gratulieren!