Stiefkindadoption – ein Leitfaden

zusammengestellt in Kooperation mit Mag.a Doris Einwallner.

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Gleichgeschlechtlichen LebensgefährtInnen sowie eingetragenen PartnerInnen können seit 2013 das leibliche Kind des/der PartnerIn  adoptieren, sofern die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind (Kindeswohl; Eltern-Kind-Beziehung besteht oder soll hergestellt werden, Zustimmung des leiblichen Elternteiles bzw. des Kindes selbst ab dem 14. Lj).

Im Fall der Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft gelten hinsichtlich der Wahlkinder dieselben Bestimmungen wie im Fall der Scheidung oder Auflösung einer Ehe (z.B. betreffend Unterhalt, Obsorge etc).

Verfahrensablauf:

  • Es ist ein Vertrag über die Annahme an Kindesstatt (Adoption) zwischen dem Kind und dem Wahlelternteil zu schließen. Für minderjährige Kinder wird der Vertrag durch den/die gesetzliche/n VertreterIn geschlossen.
  • Ist ein leiblicher Elternteil vorhanden, der nicht gesetzlicher Vertreter ist, so muss auch dieser persönlich vor dem Gericht oder schriftlich zustimmen.
  • Kinder ab dem 14. Lj müssen ebenfalls selbst zustimmen.
  • Das Gericht kann die Einwilligung der gesetzlichen VertreterInnen/Eltern auf Antrag ersetzen, wenn für die Weigerung keine gerechtfertigten Gründe vorliegen.
  • Die Wahleltern müssen das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben.
  • Der Vertrag sowie entsprechende Nachweise (Zustimmungserklärungen, Geburtsurkunde, Meldezettel etc) sind dem zuständigen Bezirksgericht (richtet sich grundsätzlich nach dem Wohnsitz des Kindes) mit dem Antrag auf Bewilligung der Adoption vorzulegen. Die Adoption wird aufgrund der Bewilligung rückwirkend mit dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wirksam.
  • Je nach zuständige/n RichterIn werden zusätzliche Auskünfte und Nachweise wie z.B. ein Strafregisterauszug des Wahlelternteils, Auskunft über weitere Kinder oder auch Religionsbekenntnis verlangt.
  • Der zuständige Richter/die zuständige Richterin beauftragt das Jugendamt um Begutachtung des Falle, ehe über die Adoption entschieden wird.
  • Erbrecht: trotz Adoption bleiben die erbrechtlichen Beziehungen des leiblichen Elternteils zum Kind aufrecht. (siehe auch hier)
  • Obsorge: Laut BMJ liegt mit Bewilligung der Adoption auch die gemeinsame Obsorge vor. Wir empfehlen Paaren aber zur Sicherheit auch gleich eine Erklärung vorzulegen, dass eine gemeinsame Obsorge vereinbart wurde.
  • Karenz und Kindergeld: Die Väterkarenz wurde entsprechend geändert und hat nun ach bei gleichgeschlechtlichen Eltern Gültigkeit.

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