Kinderwunsch

Dank einiger wichtiger Gesetzesänderungen in den letzten Jahren, gibt es heute mehrere verschiedene Wege, um eine Regenbogenfamilie zu gründen.

Kinderwunsch

Wege zum Kind

Künstliche Befruchtung mit Hilfe von Samenbanken:
Im Frühjahr 2011 hat der Oberste Gerichtshof (OGH) aufgrund eines bei ihm anhängigen Verfahrens den Antrag an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) gestellt, eine Passage im Fortpflanzungsmedizingesetz als verfassungswidrig aufzuheben. Dort heißt es, dass eine

“medizinisch unterstützte Fortpflanzung nur in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft von Personen verschiedenen Geschlechts zulässig ist“

Diese Einschränkung (“von Personen verschiedenen Geschlechts”) erachtete der OGH als verfassungswidrig. Sie widerspreche Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR). Der Frau werde aufgrund ihrer sexuellen Orientierung die Möglichkeit genommen, einen Kinderwunsch zu erfüllen, so der OGH.

Eine Stellungnahme der Bioethikkommission an den VfGH vom 16. April 2012, in der empfohlen wurde die Beschränkung des Anwendungsbereiches des Fortpflanzungsmedizingesetzes auf verschiedengeschlechtliche Paare aufzuheben, machte Hoffnung auf einen für Regenbogenfamilien positiven Entscheid.

Im Jänner 2014 kam das langersehnte positive Urteil des Verfassungsgerichtshofs. Österreich diskriminiert lesbische Paare, indem es ihnen den Zugang zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung verbietet und hat nun ein Jahr Zeit, um das Gesetz zu ändern. (siehe auch hier)

Im Jänner 2015 passierte ein neues Fortpflanzungsgesetz das österreichische Parlament mit eindeutiger Mehrheit. Teil des neuen Gesetzes ist nun auch der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin in Österreich für lesbische Paare. Hier unser FAQ dazu.

In anderen europäischen Ländern haben lesbische Paare  bereits länger Zugang zu Samenbanken und medizinisch unterstützter Fortpflanzung. Unterschiede gibt es hinsichtlich des Rechtes des Kindes ab einem bestimmten Alter die Identität des Spenders zu erfahren (Ja-/Nein-Spender).

Heiminsemination (Bechermethode):
Hier führt man die Befruchtung zuhause, ohne ärztliche Hilfe durch. Der Samen stammt entweder von einer privaten Spende oder von einer Samenbank aus dem Ausland.

Pflegeelternschaft:
Nachdem auch Niederösterreich als letztes Bundesland nachgezogen ist, besteht nun die Möglichkeit der Pflegeelternschaft für homosexuelle Paare in ganz Österreich. Manche Bundesländer bemühen sich sogar aktiv um homosexuelle Paare, da es einen hohen Bedarf an liebevollen Plätzen für Pflegekinder gibt. Auch Einzelpersonen können sich für ein Pflegekind bewerben.

Adoption:
Am 14. Jänner 2015 hat der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare gekippt. Ab 2016 wird es nun erfreulicherweise auch homosexuellen Paaren möglich sein, sich gemeinsam um die Adoption eines Kindes zu bewerben. Einzelpersonen war es rechtlich auch schon davor möglich.
Allerdings muss man darauf hinweisen, dass es in Österreich sehr wenig Kinder gibt, die zur Adoption freigegeben werden und es sehr viele heterosexuelle Paare gibt, die Kinder adoptieren wollen.

Auslandsadoption:
In einigen Ländern (z.B. USA und Südafrika) ist es homosexuellen Paaren erlaubt gemeinsam ein Kind zu adoptieren.